Das Foucault Pendel der FOS/BOS Cham: Teil 2

Chamer Foucaultsches Pendel bekommt neuen Anstoß

Noch relativ neu ist an den Berufsoberschulen die Seminararbeit, die von Schülern in der 13. Jahrgangsstufe im Hinblick auf eine erfolgreiche fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife anzufertigen ist. Dank Schüler Thomas Dengler (Ausbildungsrichtung Technik) und dessen Unterstützung durch die Zollner Elektronik AG in Zandt konnte die FOS/BOS Cham nun ihren Foucault-Pendel mit einer technischen Neuerung erweitern.

Das Foucaultsche Pendel geht auf den gleichnamigen französischen Erfinder Jean Bernard Léon Foucault zurück. Die Pendelversuche, die ihn bekannt machten, führte er erstmals 1851 vor. Mit Hilfe eines 68 Meter langen Pendels, welches er an der Kuppel des Pariser Pantheons befestigte, gelang es ihm unter Ausnutzung der Trägheitseigenschaften, die Eigenrotation der Erde experimentell nachzuweisen. In Anlehnung an das große Vorbild und im Rahmen einer Kooperationsprogramms zwischen einigen Gymnasien in Bayern sowie der Technischen Universität München realisierten Technikschüler der Staatlichen Fachoberschule Cham (11. Jahrgangsstufe) sowie des Benedikt-Sattler-Gymnasiums im Schuljahr 2004/2005 ein gemeinsames Unterrichtsprojekt im Fach Physik als Beitrag zum Einstein-Jahr und konstruierten das „Chamer Foucaultsche Pendel“. Während die BSG-Schüler den theoretischen Hintergrund lieferten, sorgten die FOSler in der fachpraktischen Ausbildung im BTZ (Berufsbildungs- und Technologiezentrum) Cham für die konkrete Umsetzung.

BOS-Schüler der 12. Jahrgangsstufe, die nicht mit der Fachhochschulreife den Schulbesuch beenden möchten und in einer weiteren 13. Klasse die fachgebundene oder allgemeine (mit zweiten Fremdsprache) Hochschulreife anstreben, haben aufgrund der neuen Schulordnung nun den Unterricht der Seminarphase zu besuchen. Bei der Themenfindung für die Seminararbeit versucht die Berufsoberschule Cham, nach Möglichkeit eine Verbindung zur Region und zu den heimischen Betrieben herzustellen. Thomas Dengler aus Oberhagendorf (Gemeinde Traitsching) nahm sich für seine Seminararbeit die Weiterentwicklung des Foucaultschen Pendels der FOS/BOS Cham mit dem Ziel zum Anlass, die Dämpfung am Pendel (entsteht durch den Luftwiderstand) mit Hilfe einer Magnetspule zu überwinden und somit zum permanenten Schwingen anzuregen. Die Seminararbeit wurde von ihm im Fach Technologie unter der Betreuung von Fachlehrer OStR Reimund Winkelmeier angefertigt. Begonnen hat Thomas Dengler mit seinem Seminarprojekt Mitte Juni gleich im Anschluss an die Abschlussprüfungen. Für die benötigten Materialien wurde von ihm mit der Firma Zollner Elektronik AG in Zandt Kontakt aufgenommen, die mit ihrem Ausbildungsleiter Manfred Huber sofort und unbürokratisch jede mögliche Unterstützung zusagte und Thomas Dengler eine Magnetspule sowie Gleichstromquelle mit den gewünschten Eigenschaften gerne kostenlos zur Verfügung stellte.

Nach einem Probelauf, den Thomas Dengler zur Behebung von auftretenden Fehlern und für optimierende Maßnahmen nutzte, fand nun kürzlich an der FOS/BOS Cham die Präsentation mit Übergabe statt. Dazu konnte auch Ausbildungsleiter Manfred Huber von der Firma Zollner begrüßt werden. Zur Freude aller Beteiligten erwies sich die Installation einer Anregungsschaltung zum Ausgleich der Reibungsverluste als erfolgreich. Das Chamer Pendel ist dadurch in einen Zustand des kontinuierlichen Schwingens versetzt. Ohne unnötige Interferenzen (Anschubsen durch Hand) wird am Standort Cham nun die Erdrotation auf eine anschauliche und verständliche Weise dargestellt. Schüler Thomas Dengler nutzte die Gelegenheit, um sich bei Manfred Huber bzw. der Zollner AG sowie Seminarlehrer OStR Reimund Winkelmeier für die hervorragende Unterstützung recht herzlich zu bedanken. Huber und Winkelmeier zeigten sich ihrerseits vom praktischen Teil der Seminararbeit und der Leistung des Schülers begeistert. 

OStR Schmidbauer 





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