Eine äußerst interessante und abwechslungsreiche Betriebserkundung durften am Dienstagnachmittag, 30. Januar, zwei Klassen der Staatlichen Fachoberschule Cham beim Besuch der Zollner Elektronik AG in Zandt erleben. Besonderen Anklang fand eine praktische Projektarbeit im Ausbildungszentrum des Unternehmens.
Zwei 11. Klassen, je eine aus dem Bereich Technik sowie Wirtschaft, besuchten im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung mit den Lehrkräften OStR Reimund Winkelmeier und OStR Leonhard Schmidbauer den größten Arbeitgeber im Landkreis Cham. Für die Betreuung und das Programm zeigten sich Betriebswirt (VWA) Josef Pielmeier, selbst ehemaliger FOS-Schüler, vom Personalcontrolling (und bei Zollner für die kaufmännische Ausbildung zuständig) sowie Dipl. Ing. Manfred Huber als Ausbildungsleiter verantwortlich.
Die rasante wirtschaftliche Entwicklung von Zollner bedingt einen entsprechenden Personalaufbau. Gerade qualifizierte Fachkräfte werden vom Unternehmen ständig gesucht. Nicht zuletzt deshalb baut das Unternehmen immer stärker auf die eigene Aus- und Weiterbildung. Einen ganz wichtigen Bausstein stellt hier das neue Ausbildungszentrum dar, in dem die Schülerinnen und Schüler zunächst im Rahmen einer praktischen Projektarbeit selbst Hand anlegen durften und eine Wechselblitz-Baugruppe montierten bzw. löteten. Alle waren mit Begeisterung bei der Sache, drei Zollner-Azubis standen dankenswerterweise gerade den in technischen Dingen vielleicht nicht ganz so versierten Wirtschaftsschülern gerne unterstützend zur Seite.
Im Herbst wurden von Zollner rund 90 neue Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt (bei fast 700 Bewerbungen). Zum nächsten Ausbildungsjahr soll die Zahl weiter in Richtung Hundertergrenze gesteigert werden. Mit der Ausbildungsquote von sieben Prozent gemessen an der gesamten Beschäftigtenzahl liegt Zollner deutlich über dem Durchschnitt. Wichtig: Bewerbungen für 2008 müssen bereits spätestens im Herbst 2007 eingereicht werden.
Die Zollner Elektronik AG setzt bei der Gewinnung von eigenen Nachwuchskräften auch verstärkt auf sogenannte "Abiturientenstudiengänge". Bei diesen dualen Studiengängen wechseln sich theoretische Studienzeiten an einer Akademie und praktische Ausbildungseinheiten im Betrieb ab. Jeder Ausbildungsblock dauert dabei etwa zehn bis zwölf Wochen, insgesamt beträgt die Studiendauer drei Jahre. Die Studierenden erhalten während der gesamten Studiendauer vom Betrieb eine monatliche Vergütung, werden außerdem mit einem Fahrtkostenzuschuss finanziell unterstützt. Die Absolventen können unmittelbar nach dem Studienabschluss anspruchsvolle Aufgaben im Unternehmen selbständig übernehmen. Bereits seit mehreren Jahren werden auf diesem Weg in Zandt mit großem Erfolg viele Betriebswirte ausgebildet.
Das Studium als Betriebswirt/in ist über die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Regensburg möglich. Wegen der guten Erfahrungen mit dem dualen Studienmodell werden in Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Stuttgart (BA) außerdem verstärkt Studiengänge für Ingenieure angeboten: Dipl. Ing. Elektrotechnik (BA), Dipl. Ing. Mechatronik (BA) und Dipl. Ing. Maschinenbau (BA) und Dipl. Wirtschaftsinformatiker (BA). Die Ausbildung zum Ingenieur (BA) ist allerdings nur mit der allgemeinen Hochschulreife möglich. Für die Ausbildung zum Betriebswirt (VWA) reicht dagegen die Fachhochschulreife aus. Von den Bezeichnungen her erfolgt künftig die Anpassung an den „Bachelor of Arts“ (Betriebswirte), „Bachelor of Enginnering“ (Diplom-Ingenieure) und den „Bachelor of Science“ (Studienrichtung Wirtschaftsinformatik). Bewerbungen für die dualen Studiengänge sind bei Zollner ebenfalls etwa 10 bis 12 Monate vor dem geplanten Beginn einzureichen.
Aufgeteilt in zwei Klassen konnten die FOSler beim Rundgang unter der Führung von Herrn Huber bzw. Herrn Pielmeier das Betriebsgeschehen der Zollner Elektronik AG hautnah erleben, angefangen mit der Erfassung des Materialflusses beim Wareneingang bis hin zur Fertigung und zum Vertrieb. Sowohl Huber als auch Pielmeier verwiesen darauf, dass die enge Verzahnung von Technik und Wirtschaft eine immer größere Rolle spiele. Außerdem seien Mobilität und Englischkenntnisse und nicht zuletzt die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen unabdingbar. "Die Schule kann nur Voraussetzungen schaffen, so richtig los geht es erst im Beruf", meinte Dipl. Ing. Manfred Huber.

OStR Leonhard Schmidbauer bedankte sich im Namen der Schule bei den Mitarbeitern der Firma Zollner für die freundliche Aufnahme sowie den sehr informativen und interessanten Nachmittag und stellte den guten Kontakt bzw. die enge Zusammenarbeit zwischen der Firma Zollner und der FOS-BOS Cham heraus.
OStR Schmidbauer Leonhard