Erasmus+ auf den Azoren: Nachhaltigkeit lernen, Natur erleben

Während der Pfingstferien 2026 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen des Erasmus+-Programms an der internationalen Fortbildung „Azores, Preserving Nature: Teaching Sustainability Skills“ teilzunehmen. Der Kurs fand auf der portugiesischen Azoreninsel São Miguel statt und brachte Lehrkräfte aus Deutschland, Österreich, Italien und Polen zusammen.

Ziel der Fortbildung war es, neue Ansätze für die Vermittlung von Nachhaltigkeit, Umweltbildung und Outdoor-Learning kennenzulernen. Dabei standen nicht nur theoretische Inhalte im Mittelpunkt, sondern vor allem das unmittelbare Lernen in und mit der Natur. Bereits am ersten Kurstag tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Schulen, ihre Unterrichtserfahrungen und unterschiedliche Zugänge zur Bildung für nachhaltige Entwicklung aus. Gemeinsam wurde diskutiert, welche Rolle Schulen bei der Bewältigung aktueller Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen spielen können und wie junge Menschen zu verantwortungsbewusstem Handeln motiviert werden können. Die folgenden Tage führten uns an verschiedene Orte der Insel São Miguel, die als beeindruckendes Beispiel für das Zusammenspiel von Naturschutz, nachhaltigem Tourismus und Umweltbildung gilt.

Zu den Höhepunkten gehörte eine Exkursion in die Serra da Tronqueira, eines der wichtigsten Naturschutzgebiete der Azoren. Dort erhielten wir Einblicke in Maßnahmen zum Schutz der einzigartigen Flora und Fauna der Insel. Im Centro do Priolo wurde die erfolgreiche Arbeit zum Erhalt des seltenen Azorengimpels vorgestellt, einer Vogelart, die ausschließlich auf den Azoren vorkommt. Besonders eindrucksvoll waren die Exkursionen zur Caldeira von Furnas sowie zu den berühmten Kraterseen von Sete Cidades. Die vulkanisch geprägte Landschaft bot ideale Voraussetzungen, um Themen wie Klimawandel, Ökosysteme und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen praxisnah zu behandeln. Während gemeinsamer Wanderungen standen Methoden des Outdoor-Learnings im Mittelpunkt. Die Kursleiterin vermittelte uns Ansätze, wie durch Beobachtung, aktives Zuhören, Reflexion und eigenständiges Entdecken nachhaltige Lernerfahrungen geschaffen werden können. Dabei wurde deutlich, dass Lernen außerhalb des Klassenzimmers nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern auch soziale Kompetenzen, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein stärkt.

Ein wesentlicher Bestandteil der Fortbildung war der internationale Erfahrungsaustausch. Lehrkräfte aus vier europäischen Ländern diskutierten über erfolgreiche Projekte, Herausforderungen im Schulalltag und Möglichkeiten, Nachhaltigkeit stärker im Unterricht zu verankern. Gerade dieser Blick über den eigenen Tellerrand erwies sich für uns als besonders wertvoll. Die unterschiedlichen Perspektiven und schulischen Erfahrungen zeigten, dass Nachhaltigkeitsbildung eine gesamteuropäische Aufgabe ist, die von Zusammenarbeit und gegenseitigem Lernen profitiert. Die im Kurs gewonnenen Erfahrungen und Methoden bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Insbesondere die Verbindung von fachlichem Lernen, Naturerfahrung und handlungsorientierten Methoden eröffnet neue Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler für Themen wie Umweltschutz, Klimawandel und nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren.

Die Teilnahme an der Fortbildung verdeutlicht zugleich den hohen Stellenwert der Internationalisierung am BSZ Cham. Erasmus+ ermöglicht nicht nur den Austausch von Schülerinnen und Schülern, sondern unterstützt auch die professionelle Weiterentwicklung von Lehrkräften und trägt damit zur kontinuierlichen Qualitätsentwicklung der Schule bei.

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