Start-up-Spirit an der Chamer FOS
Die Elftklässler des Wirtschaftszweiges der Klasse F11SWw starteten zusammen mit Schülern aus Athen und Wien ein internationales ERASMUS-Projekt zum Thema Unternehmensgründung. Das Kick-off-Treffen fand in der Woche vor den Faschingsferien in Cham statt.
Wenn bayerisches „Grias di“ auf Wiener Schmäh und griechisches „Kalimera“ trifft, dann ist wieder Erasmus-Zeit an der Fachoberschule Cham. 32 Schülerinnen und Schüler aus drei Nationen haben sich in der Woche vor den Faschingsferien in der Kreisstadt getroffen, um das internationale Projekt mit dem ambitionierten Namen „Business Entrepreneurship“ am Beruflichen Schulzentrum Cham zu starten. Unter Federführung der Wirtschaftslehrkräfte Michaela Schedlbauer und Martin Stauber wurde das Ziel ausgegeben, innerhalb eines Jahres einen Businessplan auszuarbeiten und mit der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen.
Der Startschuss fiel bereits am Montagnachmittag, als die Jugendlichen in international gemischten Teams die Chamer Altstadt erkundeten. Bei einer Stadtrallye der modernen Art ging es darum, die Innenstadt nach vorgegebenen Koordinaten zu erkunden und das kreativste Selfie an einem Wahrzeichen Chams zu schießen. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden schließlich die besten drei Fotos prämiert. Spätestens beim Speed-Meeting war dann das Eis gebrochen, als es darum ging, sich näher kennenzulernen. „Es fühlt sich nicht wie Schule an“, lobte Chrysanthi, eine der griechischen Schülerinnen auf Englisch.
Am Dienstag früh begrüßte BSZ-Schulleiter Joachim Raab die Gäste, bevor sich die Gruppe beim Landratsamt vorstellte. Hier verdeutlichte der Pressesprecher Michael Gruber, dass der Landkreis kein verschlafenes Nest ist, sondern touristisch und wirtschaftlich einiges zu bieten hat. Zurück an der Schule, präsentierten zwei Schülerteams aus der 12. Klasse des Wirtschaftszweigs eigene Geschäftsideen, die sie im Laufe des letzten Schuljahres entwickelt haben, um den Projektteilnehmern zu zeigen, wohin die Reise gehen soll. Außerdem präsentierte Alex Tapelea die Gründerstory zu seiner App „Be a fox“.
Im Rodinger Gründerzentrum traf die Schülergruppe am Mittwoch nicht nur auf den Wirtschaftsreferenten Klaus Schedlbauer, der das Konzept der Gründerzentren vorstellte, sondern auch auf dort angesiedelte Unternehmer, die den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt haben. In Gesprächen mit einigen Gründern erfuhren sie von deren Geschäftsideen, deren Motivation und wie sie mit Schwierigkeiten umgehen. Auch der kulturelle Teil kam nicht zu kurz, als die Gäste am Nachmittag die Altstadt Regensburgs bei einer Stadtführung auf Englisch erkundeten.
Der Donnerstag führte die Gruppe abschließend hoch hinaus: Auf dem Gipfel des Großen Arbers war der Schnee ein Highlight für die Gäste aus Athen, was mit einer ausgiebigen Schneeballschlacht Schüler gegen Lehrer gefeiert wurde. Nachdem die Schüler den Gipfel erklommen hatten und sich beim Mittagessen in der Eisensteiner Hütte gestärkt hatten, wartete ein Kreativ-Workshop zur Ideenfindung auf die Projektteilnehmer.
Am Ende einer intensiven Arbeitsphase, die von Andreas Geiling moderiert wurde, präsentierten die Schülergruppen erste mögliche Geschäftsideen, die unterschiedlicher nicht sein hätten können. Am Ende des Tages stand die Hausaufgabe fest: Bis zum nächsten Treffen im Oktober in Wien soll das Grundgerüst der Geschäftsidee stehen und eine erste Präsentation dazu erstellt werden.
Als die Gäste am Freitagvormittag in den Bus nach München einstiegen, war ein wenig Trennungsschmerz und auch Vorfreude auf die anstehenden Treffen zu spüren. Zu Beginn des kommenden Schuljahres werden sich alle in Wien wiedertreffen, um dort den Fokus auf Marketing und Finanzierung als wichtige Bestandteile eines Businessplans zu legen.
Das große Finale findet schließlich im Februar kommenden Jahres in Athen statt. Dort werden die fertigen Businesspläne einer Experten-Jury präsentiert. In der Kreisstadt wurde der Grundstein gelegt, nun müssen die Ideen wachsen.