Neues Konzept Wirtschaftsschule.weiter.gedacht
Die Neustrukturierung der Wirtschaftsschulen in Bayern wurde seit September 2025 auch an der Wirtschaftsschule (WS) in Cham umgesetzt. Veränderte Fächer, Praktika und eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Fachoberschule sind relevante Eckpunkte.
Manche Fächer wurden abgeschafft, wie z. B. BSK – Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle, und dafür andere eingeführt, wie z. B. Ökonomische Bildung. Grundsätzlich sollen Theorie und Praxis stärker miteinander verbunden und Alltagskompetenzen gefördert werden. Außerdem wird eine starke Individualisierung der gelernten Inhalte verfolgt, was bedeutet, dass Fächer nach persönlichen Interessen gewählt werden können. Diese Wahlfächer werden in Form von Modulen unterrichtet, die den verschiedensten wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen entstammen und von den Schülern je nach Neigung gewählt werden können. In diesem Schuljahr umfasste das Angebot Persönliche Entwicklung, Fit for Finance und E-Commerce. Im nächsten Schuljahr wird das Spektrum um Tourismus und Umwelttechnik erweitert. Für so eine kleine Wirtschaftsschule wie hier in Cham ein beachtenswertes Angebot.
Gleichzeitig wurde im September 2025 ein Konzept zur Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsschule und FOSBOS am BSZ Cham auf den Weg gebracht. Neben Tutorenprogrammen, bei denen FOSBOS-Schüler WS-Schüler in Kernfächern unterstützen, gemeinsamen Unternehmungen im wirtschaftlichen Bereich, wie die gemeinsame Teilnahme an Betriebsbesichtigungen und Messen, oder auch schulweite soziale Aktionen wie die Weihnachtstrucker-Paket-Aktion oder gemeinsame Sporttage, liegt ein besonderer Fokus auf gemeinsamen Praktika von FOS- und WS-Schülern.
Dabei begleiteten Schüler der Wirtschaftsschule im März/April für zwei Wochen die FOS-Schüler in ihrer Praktikumsstelle. Die FOS-Schüler, die ja schon ein halbes Jahr Praktikum hinter sich haben, fungieren hier als Mentoren und erleichtern den etwas jüngeren Schülern der Wirtschaftsschule so den Einstieg ins Praktikum. Die FOS-Schüler profitieren ihrerseits durch einen Zuwachs an Sozialkompetenz. Die Erfahrungen, die in diesem Schuljahr schon gewonnen werden konnten, erweisen sich in der Regel als recht positiv: sowohl was die Kooperation mit der FOSBOS angeht als auch die gewonnenen Einblicke hinter die Fassaden vieler Betriebe und Einrichtungen. Das Spektrum der gewählten Praktikumsstellen reichte vom Hotelbetrieb über Produktionsbetriebe, Einzelhändler, Steuerkanzleien, Tourismusbüros, Stadt- und Gemeindeverwaltungen bis hin zu Kindergärten und Schulen.
Auch die Vorbereitung der Praktika erfolgte im Kooperationsmodus: die WS-Schüler nahmen am Unterricht für die Fachpraktische Anleitung der FOSBOS teil und profitierten von der jahrelangen Erfahrung und Expertise der FOS-Lehrkräfte. Gleichzeitig fand eine Vorbereitung des Praktikums in einer Stunde des Faches Ökonomische Bildung der Wirtschaftsschule statt. Fachübergreifend wurde hier durch die Fächer Deutsch und Digitale Bildung unterstützt, indem der Erstellung der Bewerbungsunterlagen zugearbeitet wurde.
Fazit: Eine Erfolgsgeschichte! Umso mehr, wenn man sich die Beurteilungen der Betriebe anschaut, die unseren Schülern ein gutes Zeugnis ausstellen. Ende Juni folgt noch eine Woche Praktikum der WS-Schüler, bei dem sie dann ihre Selbständigkeit unter Beweis stellen dürfen und müssen, denn sie sollen selbst aktiv werden und einen passenden Praktikumsbetrieb für sich finden.
Es bleibt festzuhalten, dass die Umstellung der Wirtschaftsschule durch die hohe Fachkompetenz und Motivation der Lehrkräfte, sich Neuem zu stellen, reibungslos und fast unbemerkt vonstattenging. Auch die Kooperationsmaßnahmen der FOSBOS mit der WS haben sehr gut funktioniert und es kann ein Zusammenwachsen der beiden Schulen attestiert werden.