Ohne Rauch geht’s auch

Mit einem Workshop zur Aufklärung und Prävention im Bereich Sucht kam Siegfried Urbas, erfahrener Referent und Suchtpräventionsbeauftragter im Landkreis Cham, in der Woche vor den Weihnachtsferien zu den Wirtschaftsschulklassen W10a und W10b.

Der Sozialpädagoge Siegfried Urbas will Schüler für Risiken und Auswirkungen von Drogen im allerweitesten Sinne sensibilisieren. Dabei nicht nur an Crystal Meth und Cannabis zu denken, sei ein erster wichtiger Schritt. Eine Doppelstunde lang nahm der Referent die Teilnehmer mit auf eine Reise durch verschiedene Aspekte dieses Themas. Sucht und Abhängigkeit sind meist nur die Spitze eines Eisbergs von vielen Problemen. Es gibt viele Ursachen, die Menschen in Abhängigkeiten treiben. Insbesondere illegale Drogen, Alkohol und auch Nikotin beeinträchtigen das Leben und die psychische Gesundheit. Aufklärung und gegebenenfalls professionelle Hilfe sind notwendig, um einen Weg aus der Abhängigkeit und den möglichen seelischen und gesundheitlichen Folgen zu finden.

Im Rahmen eines kleinen Quiz wurde zunächst erarbeitet, dass es in Deutschland 11,2 Millionen nikotinabhängige Menschen zwischen 18 und 64 Jahren gibt und ca. 120.000 jährlich an den Folgen sterben. Der Alkohol fordert bei 1,77 Millionen Abhängigen jährlich 74.000 Tote. Die Statistik spricht von 1,3 Millionen Medikamenten-Süchtigen und von 255.000 Cannabis-Konsumenten – letztere aufgrund der Legalisierung steigend. Die harten Drogen, wie Heroin, Kokain, Cystal Meth und Ecstasy, fordern jährlich ca. 1.200 Opfer unter den über 150.000 Süchtigen. Wie Siegfried Urbas anmerkte, war im Jahr 2024 die Zahl der Tabak-Konsumenten bei den Zwölf- bis 17-Jährigen im Landkreis rückgängig, jedoch bei den 18- bis 25-Jährigen wieder leicht ansteigend. Beim Cannabis-Konsum würden die Fallzahlen bei den 18- bis 25-Jährigen merklich zunehmen.

Ausführlich thematisiert wurden auch die Gefahren von Alkohol und Spielsucht, wie z.B. durch Smartphone und Konsole. In diesen Zusammenhang sprach der Referent auch das Elternhaus an. Das Wichtigste in der Suchtprävention sei das Vorbild der Eltern. Es sollte deutlich aufgezeigt werden, welche Konsequenzen der Missbrauch haben kann. Gewisse Regeln sollten nicht verhandelbar sein. Grundsätzlich müssen aber abhängige Menschen selbst zu dem Entschluss kommen, an ihrer Situation etwas ändern zu wollen. Versuche von anderen aus dem persönlichen Umfeld, das Suchtverhalten direkt zu beeinflussen oder gar das Suchtmittel zu entziehen, werden meist scheitern und immer wieder Anlass zu Auseinandersetzungen sein. Das heißt aber nicht, dass andere dem Geschehen nur hilflos gegenüberstehen. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Angehörige und Bekannte Hilfe annehmen und gesunden.

Darüber hinaus sensibilisierte der Referent die Klassen für die möglichen gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis. Die Schüler hatten bei einer Improvisationsübung die Gelegenheit, in die Rolle eines Konsumenten, aber auch in die des Umfeldes zu schlüpfen, um sowohl die individuelle Motivation als auch die Auswirkungen des Cannabiskonsums auf das soziale Umfeld besser zu verstehen. „Es geht darum, dass die Jugendlichen gut informiert sind und ein Bewusstsein für die potenziellen Risiken oder Konsequenzen eines Suchtverhaltens, egal mit welcher Droge, entwickeln, damit sie eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können“, betonte Siegfried Urbas.

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